DIE GESCHICHTE

TRADITION UND ERFAHRUNG

Martin Oetken 1811 - 1889

Bei aller Innovationsfreude legt man im Hause Oetken Wert auf Traditionen. Der Gründer des vormaligen Bauunternehmens der Familie, Martin Oetken, wurde am 14. März 1811 in Bornhorst / Oldenburg geboren und arbeitete schon mit 27 Jahren als Maurermeister in der Landgemeinde Oldenburg. Da es zu jener Zeit um die Auftragslage in der Landgemeinde nicht besonders gut bestellt war, bemühte er sich 1841 in einem Antrag an den Magistrat der Stadt Oldenburg um eine Verlegung seines damaligen Handwerksbetriebs ins damalige Stadtgebiet.

Doch schon bald musste er merken, dass aller Anfang schwer ist, wenn die Bürokratie allzu enge Grenzen zieht. Erst musste Martin Oetken, der zu diesem Zeitpunkt bereits einige Bauten in Oldenburg errichtet hatte, seine Fähigkeiten in einer eigens dafür initiierten Prüfung unter Beweis stellen.

Dann verweigerte der Magistrat ihm die Niederlassung, um unerwünschte Konkurrenz zu vermeiden. Mit Hilfe der Oldenburgischen Regierung erreichte er schließlich eine Erlaubnis zum Umzug nach Donnerschwee, "um dort sein Handwerk als Maurermeister zu betreiben". Das Gewerbliche Bürgerrecht, das es damals noch für auswärts Wohnende gab, wurde ihm schließlich am 27. Oktober 1859 erteilt. So stand endlich der Gründung von Oetkens Baugeschäft in der Lehmkuhlenstraße nichts mehr im Wege. Fünf Jahre später verlegte er seinen Betrieb weiter stadteinwärts in die Lindenstraße 23.

Johann Oetken 1841 - 1921

Martin Oetkens Sohn Johann, 1841 geboren, übernahm als Inhaber die Firma, nachdem er seine Ausbildung an der Baugewerkschule Holzminden beendete und später seine Prüfung als Maurermeister abgelegt hatte. Bis 1909 stand er dem Unternehmen vor. Unter seiner Leitung wurden zahlreiche Wohngebäude geplant und erstellt.

Martin Oetken 1879 - 1943

Johann Oetkens Sohn, 1879 geboren und traditionsgemäß nach dem Großvater Martin benannt, wurde der nächste Chef des Oldenburger Familienunternehmens. Wie schon sein Vater hatte auch er die Lehrzeit im väterlichen Betrieb absolviert, die Holzminder Fachschule besucht und seine Meisterprüfung absolviert. Außerdem war er vor Übernahme des Baugeschäfts in anderen Firmen und Architekturbüros tätig. Von der Firmengründung bis zum Ausbruch des 1. Weltkriegs fand eine bedeutende Erweiterung des Oldenburger Stadtgebiets statt. An den damit verbundenen Bauaufgaben hatte die Firma Martin Oetken erheblichen Anteil.

So entstanden zur damaligen Zeit Oldenburgs äußere Wohnviertel. Aber auch an der Errichtung größerer Gebäude, wie der Haslinde-Hoyer-Brauerei in Ohmstede und dem Neubau des Großherzoglichen Theaters war Oetken maßgeblich beteiligt und wurde damit zu einem bedeutenden Mitgestalter der Stadt. Trotz der massiven Wirtschaftskrise in den 20er Jahren konnte sich das Bauunternehmen bis zum Ausbruch des 2. Weltkriegs weiter entwickeln. 1943 verstarb Martin Oetken, dessen Frau Elli die Geschäfte fortführte, um sie dann ihrem Sohn, dem Architekten Dipl.- Ing. Johannes Oetken, zu übertragen. Dieser sah sich, nach Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft, mit den Problemen der "Stunde Null" konfrontiert: Die Arbeitskräfte waren ausgeschieden, die Gerätschaften fast vollständig verloren.

Johannes Oetken 1921 - 2016

Der Aufbau gelang. Johannes Oetken brachte das Unternehmen mit Unterstützung seiner Mutter und eines technischen Angestellten nach der Währungsreform 1948 erneut zur wirtschaftlichen Blüte. Bis 1961 konzentrierte man sich fast ausschließlich auf den Hochbau. In kontinuierlicher Expansion wurden die Arbeitsgebiete der Martin Oetken GmbH & Co. KG ständig erweitert - bis zur heutigen Vielfalt, zu der die unterschiedlichsten Aufgaben und Projekte wie Unterführungen, Wehre, Hafenanlagen, Brücken oder Krankenhäuser zählen.

Seit 1985 verwaltet die Johannes Oetken Vermögensverwaltung (ehemals Johannes Oetken KG) bis heute die traditionellen Bauwerke für den privaten und gewerblichen Bedarf und bietet Immobiliendienstleistungen disziplinübergreifend in den Bereichen Projektentwicklung und Vermarktung.